Beitrags-Archiv für die Kategory 'Aktuelles'

Geschichte zum Schmecken

Dienstag, 26. Juni 2012 17:40

Bei der Premiere der Sälzer Stadttour im September wird nicht nur Salz gesiedet

salzpfanneSalzkotten. Einmal Salz sieden wie die Sälzer in grauer Vorzeit und dabei noch jede Menge über die Bedeutung des “weißen Goldes” für die Stadt am Hellweg erfahren, können bis zu 50 Interessierte bei der Sälzer Stadttour am Mittwoch, 12. September.

Gleich nach Feierabend dreht sich bei dem neuen Angebot der Stadt Salzkotten und des Regionalforums Südliches Paderborner Land alles rund um das Thema Salz. Es wird nicht nur gesiedet sondern auch kulinarisch geschlemmt. Zum Auftakt wird die Heimatvereins-Vorsitzende Marianne Witt-Stuhr mit ihren Zuhörern eine kleine Zeitreise durch die Historie der Sälzerstadt unternehmen. “Ich möchte Geschichte erlebbar machen. Mir ist der Blick auf das Besondere der Stadt wichtig und es können auch viele Fragen gestellt werden”, so Witt-Stuhr. Dabei darf auch ein Blick auf die Bauarbeiten am neuen Salzmuseum geworfen werden. [...]

Neues Gradierwerk am Kreisel

Montag, 28. März 2011 9:56

Johannes Köhler, Stephan Gerber, Helge Damm, Lars Kemper, Dirk Wiechers, Bernhard Knaup, Simone Wiechers, Christoph Jürgens, Peter füssel und Markus Keuper freuen sich über ihr Vorzeigeprojekt.

Johannes Köhler, Stephan Gerber, Helge Damm, Lars Kemper, Dirk Wiechers, Bernhard Knaup, Simone Wiechers, Christoph Jürgens, Peter Füssel und Markus Keuper freuen sich über ihr Vorzeigeprojekt.

Salzkotten. Ende April öffnen sich die Türen der Dreckburg für die Ausstellung “Sole und Salz” rund um die Salzgewinnung, die einst der Stadt Salzkotten viel Wohlstand und Ansehen brachte. Dabei wird mit Philipp Korte einer der berühmtesten Söhne der Sälzerstadt im Mittelpunkt stehen und mit ihm die Salzgeschichte, die viele Jahrhunderte die Menschen am Hellweg reich machte.

Nach vielen Wochen der Vorbereitung und Planung steht auf dem Kreisel an der Tudorfer Straße unübersehbar das erste große Exponat der neuen Ausstellung: ein Gradierwerk, das vermutlich das einzige deutsche Gradierwerk im Dreiecksformat sein dürfte.

Die Sälzer Kreisefreunde um Lars Kemper und Christoph Jürgens haben sich in ihrem aktuellen Kreiselprojekt mit der besonderen Geschichte der Sälzerstadt auseinandergesetzt. “Wir wollten das Gradierwerk am Kreisel möglichst originalgetreu aufbauen”, berichtet Lars Kemper: “Deshalb haben wir aus den Schwarzdornhecken im Tudorfer Wald passende Stücke herausgeschnitten, die dann zu kleinen Bündeln zusammengebunden wurden.” Auch Unternehmen aus Salzkotten und der Region unterstützten das Projekt mit Sachspenden: Das Holz stiftet die Firma Holzbau Keuper, die Hähne für die Dosierung der Sole die Krombacher Brauerei und die Pumpanlage kommt von der Firma Haustechnik Schaub GmbH. Etwa 3.000 Liter Wasser tröpfeln nun über die Dornenzweige.  Und so entstand auf dem Kreisel wieder ein neues Vorzeigeprojekt , das nun auf die besondere Ausstellung des Heimatvereins in der Dreckburg hinweist und wohl viele Besucher in die Burg bringen wird.

Weitere Infos: Kreiselfreunde

Ingenieur im Priestergewand

Dienstag, 1. Februar 2011 14:59

Heimatverein würdigt Pfarrer Philipp Korte mit umfangreicher Ausstellung
Von Marion Neesen – Westfälisches Volksblatt (Text und Fotos)

S a l z k o t t e n . Manchmal hilft der Zufall, und dann muss die Geschichte ganz neu geschrieben werden. So weit sind die Geschichtsforscher im Salzkottener Heimatverein zwar noch nicht, aber in den nächsten Monaten werden sie so manche Neuigkeit ans Licht befördern. Auf einem Dachboden der Grafen von Westphalen in Fürstenberg schlummerten eine halbe Ewigkeit zahlreiche Akten, die einen ganz neuen Blickwinkel auf die Salzkottener Salzgeschichte erlauben. Vor zwei Jahren wurden sie entdeckt und befinden sich inzwischen im Westfälischen Adelsarchiv in Münster, wo nun auch die Salzkottener Geschichtsfreunde den Fund entdeckten. »Erstmals haben wir jetzt Einblick in Protokolle, Rechnungen, Lohnbücher und Personenstandsunterlagen«, schwärmt die Vorsitzende des Heimatvereins, Marianne Witt-Stuhr, von diesem historischen Schatz. Die Entdeckung kommt den Heimatfreunden gerade recht. Denn am30. April wollen sie in der Dreckburg eine umfassende Ausstellung über einen der berühmtesten Söhne der Stadt, Pfarrer Philipp Korte, eröffnen. Am 3. Dezember 2010 jährte sich sein Geburtstag zum 280. Mal. Die Ausstellung soll über sein Leben und Wirken in Salzkotten sowie das Salinenwesen berichten. »Wir wollen keine theoretische, sondern eine lebendige Ausstellung mit vielen Exponaten präsentieren«, sagt Erhard Christiani, der Räume in der Dreckburg zur Verfügung stellen wird. So werden Modelle der Siedehäuser, Salzfässer und Arbeitsgeräte zu sehen sein. [...]

Sälzerkollegium neu eingerichtet

Freitag, 21. Januar 2011 19:42

Erbsaelzer

Nun ist es offiziell, am Mittwoch hat sich in Salzkotten ein Sälzer Kollegium gegründet. In der Präambel der Satzung, die in dieser Gründungsversammlung verabschiedet wurde, steht:

Über Jahrhunderte war das Sälzerkollegium eine feste Institution der Stadt Salzkotten. Diese Vereinigung, bestehend aus 24 Sälzern, kümmerte sich mit eigener Gerichtsbarkeit um die ausgeglichene Salzproduktion und –verwertung. Die lange Tradition des Salzes in der Stadt Salzkotten soll durch die Neugründung des Sälzerkollegiums zukünftig wieder erlebbarer werden.

Erste Ziele wurden bereits angesprochen. So will man versuchen, wieder Sole ans Tageslicht zu fördern. Zudem soll eine Siedepfanne gebaut werden, um zu demonstrieren, wie früher in den Mauern der Stadt Salz produziert wurde. Noch viele Anregungen in Verbindung mit der Salzgeschichte wurden festgehalten. Dabei soll eine gute Zusammenarbeit mit allen Vereinen, die sich ebenfalls mit der Salzgeschichte befassen, angestrebt werden. Hauptsächlich mit dem Heimatverein, der ja gerade eine Ausstellung zum Thema Salz mit Pfarrer Korte als Mittelpunkt in der Dreckburg vorbereitet. Nicht zu vergessen das Salzmuseum, das bald im Heimathaus eröffnet werden soll. Lobend erwähnt wurde auch die Ausstellung des Kunstkreises mit dem Thema „Sültsoid“.

Nach der einstimmigen Verabschiedung der Satzung kam es zunächst zur Wahl des Vorstandes im Sinne des §26/BGB. Zum Werkmeister als 1. Vorsitzenden wurde Dr. Klaus Michels gewählt und als sein Stellvertreter Heinz Sonntag, zu dessen Aufgaben auch die Kassenführung zählt. Als Salzschreiber (Schriftführer) wählte das Kollegium Michael Dreier. Festgelegt wurde auch eine „Sälzerkur“. Dies wird im Ackerbürgerhaus ein rustikales Treffen sein, zu dem ein hochkarätiger Festredner eingeladen wird und wo mit geladenen Bürgern der Stadt ein Gedankenaustausch über weitere Ziele stattfinden soll. (Text Helmut Steines)

Pennings kleine Familiengeschichte

Sonntag, 24. Oktober 2010 9:51

Am alten Kirchhof präsentierte Haus Wüst früher den bürgerlichen Stolz seiner Bewohner. (REPRO:H.Steines)

Am alten Kirchhof präsentierte Haus Wüst früher den bürgerlichen Stolz seiner Bewohner. (REPRO:H.Steines)

Finanziers, Gografen und Salinatoren waren als Geldgeber gefragt
Als Erbauer des heute als Haus Wüst bekannten Gebäudes am Kirchplatz gilt die Familie Penning. Die Pennings stammten aus einer alten Sälzerfamilie. Schon 1494 war der Salinator Simon Penning bei den Paderborner Bischöfen als Geldgeber gefragt. Durch geschickte Verhandlungen vergrößerte er nicht nur sein Vermögen, sondern erkaufte sich vom Landesherrn auch das Gografen- und Stadtrichteramt. Damit gewann er zunehmend an Macht und Einfluss auch über die Tore der Sälzerstadt hinaus. Der Gograf war der Verhandlungsleiter bei einer Gerichtsverhandlung. Er fällte zwar nicht das Urteil, war aber für dessen Vollstreckung verantwortlich. Sofern jemand auf frischer Tat bei einem schweren Vergehen ertappt wurde, durfte Simon Penning sogar die Blutgerichtsbarkeit ausüben. Als Inhaber der Gografschaft standen ihm neben den Strafgeldern auch verschiedene Hafer- und Hühnerabgaben aus den Bauerschaften Upsprunge, Verlar, Hörste, Mantinghausen, Rebbeke, Schwelle, Thüle, Boke und Anreppen zu. 1512 erhielt Simon Penning nach einer weiteren Zahlung von 82 Goldgulden vom Landesherrn zudem auch die Rodungsabgabe und den Kopfzins aus Upsprunge, für den damals jeder im Dorf ein Huhn und fünf Eier bezahlen musste. Aber nicht nur die Paderborner Bischöfe plagten in dieser Zeit chronische Geldnöte, auch die Stadt Salzkotten steckte häufig in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. 1529 streckte Simon Penning gemeinsam mit zwei anderen Bürgern 150 Rheinische Goldgulden vor. Die Rückzahlung war schnell vereinbart: 50 Goldgulden wurden zu fünf Prozent verzinst und für die restlichen 100 Goldgulden erhielten die Gläubiger die Fischereirechte in der Heder vor dem Westerntor. Simon Penning war bis zu seinem Tod im Jahre 1541 Bürgermeister, Richter und Gograf in Salzkotten – außerdem vertrat er das Kloster Böddeken wiederholt in wichtigen Rechtsangelegenheiten. Die Pennings blieben weiter erfolgreich: Im Jahr 1554 besaßen sie drei Salzwerke. Ihre Siedepfannen betrieben sie auf eigene Rechnung und verkauften das Salz an durchreisende Salzhändler. 1563 baute der Salinator Friedrich Penning ein neues prächtiges Haus am Kirchhof in der Klingelgasse. Ein Teil des Vierständerhauses wurde damals wohl noch zur Lagerung des Salzes genutzt. Im 18. Jahrhundert wurde das Gebäude von dem Gebrüdern Blome zusammen mit einem kleinen benachbarten Speicher gekauft. Vermutlich wurde dort jetzt das Salz gelagert. Seit 1802 betrieb die Familie Blome hier eine Branntweinbrennerei und eine Gastwirtschaft. Um 1902 erfuhr das Gebäude noch einmal eine umfangreiche Veränderung. Es wurde um drei Meter verkürzt sowie um eine Scheune erweitert. Weitere Umbauten erfolgten in den 1950er und 1960er Jahren.