Beitrags-Archiv für die Kategory 'Aktuelles'

Ingenieur im Priestergewand

Dienstag, 1. Februar 2011 14:59

Heimatverein würdigt Pfarrer Philipp Korte mit umfangreicher Ausstellung
Von Marion Neesen – Westfälisches Volksblatt (Text und Fotos)

S a l z k o t t e n . Manchmal hilft der Zufall, und dann muss die Geschichte ganz neu geschrieben werden. So weit sind die Geschichtsforscher im Salzkottener Heimatverein zwar noch nicht, aber in den nächsten Monaten werden sie so manche Neuigkeit ans Licht befördern. Auf einem Dachboden der Grafen von Westphalen in Fürstenberg schlummerten eine halbe Ewigkeit zahlreiche Akten, die einen ganz neuen Blickwinkel auf die Salzkottener Salzgeschichte erlauben. Vor zwei Jahren wurden sie entdeckt und befinden sich inzwischen im Westfälischen Adelsarchiv in Münster, wo nun auch die Salzkottener Geschichtsfreunde den Fund entdeckten. »Erstmals haben wir jetzt Einblick in Protokolle, Rechnungen, Lohnbücher und Personenstandsunterlagen«, schwärmt die Vorsitzende des Heimatvereins, Marianne Witt-Stuhr, von diesem historischen Schatz. Die Entdeckung kommt den Heimatfreunden gerade recht. Denn am30. April wollen sie in der Dreckburg eine umfassende Ausstellung über einen der berühmtesten Söhne der Stadt, Pfarrer Philipp Korte, eröffnen. Am 3. Dezember 2010 jährte sich sein Geburtstag zum 280. Mal. Die Ausstellung soll über sein Leben und Wirken in Salzkotten sowie das Salinenwesen berichten. »Wir wollen keine theoretische, sondern eine lebendige Ausstellung mit vielen Exponaten präsentieren«, sagt Erhard Christiani, der Räume in der Dreckburg zur Verfügung stellen wird. So werden Modelle der Siedehäuser, Salzfässer und Arbeitsgeräte zu sehen sein. [...]

Sälzerkollegium neu eingerichtet

Freitag, 21. Januar 2011 19:42

Erbsaelzer

Nun ist es offiziell, am Mittwoch hat sich in Salzkotten ein Sälzer Kollegium gegründet. In der Präambel der Satzung, die in dieser Gründungsversammlung verabschiedet wurde, steht:

Über Jahrhunderte war das Sälzerkollegium eine feste Institution der Stadt Salzkotten. Diese Vereinigung, bestehend aus 24 Sälzern, kümmerte sich mit eigener Gerichtsbarkeit um die ausgeglichene Salzproduktion und –verwertung. Die lange Tradition des Salzes in der Stadt Salzkotten soll durch die Neugründung des Sälzerkollegiums zukünftig wieder erlebbarer werden.

Erste Ziele wurden bereits angesprochen. So will man versuchen, wieder Sole ans Tageslicht zu fördern. Zudem soll eine Siedepfanne gebaut werden, um zu demonstrieren, wie früher in den Mauern der Stadt Salz produziert wurde. Noch viele Anregungen in Verbindung mit der Salzgeschichte wurden festgehalten. Dabei soll eine gute Zusammenarbeit mit allen Vereinen, die sich ebenfalls mit der Salzgeschichte befassen, angestrebt werden. Hauptsächlich mit dem Heimatverein, der ja gerade eine Ausstellung zum Thema Salz mit Pfarrer Korte als Mittelpunkt in der Dreckburg vorbereitet. Nicht zu vergessen das Salzmuseum, das bald im Heimathaus eröffnet werden soll. Lobend erwähnt wurde auch die Ausstellung des Kunstkreises mit dem Thema „Sültsoid“.

Nach der einstimmigen Verabschiedung der Satzung kam es zunächst zur Wahl des Vorstandes im Sinne des §26/BGB. Zum Werkmeister als 1. Vorsitzenden wurde Dr. Klaus Michels gewählt und als sein Stellvertreter Heinz Sonntag, zu dessen Aufgaben auch die Kassenführung zählt. Als Salzschreiber (Schriftführer) wählte das Kollegium Michael Dreier. Festgelegt wurde auch eine „Sälzerkur“. Dies wird im Ackerbürgerhaus ein rustikales Treffen sein, zu dem ein hochkarätiger Festredner eingeladen wird und wo mit geladenen Bürgern der Stadt ein Gedankenaustausch über weitere Ziele stattfinden soll. (Text Helmut Steines)

Pennings kleine Familiengeschichte

Sonntag, 24. Oktober 2010 9:51

Am alten Kirchhof präsentierte Haus Wüst früher den bürgerlichen Stolz seiner Bewohner. (REPRO:H.Steines)

Am alten Kirchhof präsentierte Haus Wüst früher den bürgerlichen Stolz seiner Bewohner. (REPRO:H.Steines)

Finanziers, Gografen und Salinatoren waren als Geldgeber gefragt
Als Erbauer des heute als Haus Wüst bekannten Gebäudes am Kirchplatz gilt die Familie Penning. Die Pennings stammten aus einer alten Sälzerfamilie. Schon 1494 war der Salinator Simon Penning bei den Paderborner Bischöfen als Geldgeber gefragt. Durch geschickte Verhandlungen vergrößerte er nicht nur sein Vermögen, sondern erkaufte sich vom Landesherrn auch das Gografen- und Stadtrichteramt. Damit gewann er zunehmend an Macht und Einfluss auch über die Tore der Sälzerstadt hinaus. Der Gograf war der Verhandlungsleiter bei einer Gerichtsverhandlung. Er fällte zwar nicht das Urteil, war aber für dessen Vollstreckung verantwortlich. Sofern jemand auf frischer Tat bei einem schweren Vergehen ertappt wurde, durfte Simon Penning sogar die Blutgerichtsbarkeit ausüben. Als Inhaber der Gografschaft standen ihm neben den Strafgeldern auch verschiedene Hafer- und Hühnerabgaben aus den Bauerschaften Upsprunge, Verlar, Hörste, Mantinghausen, Rebbeke, Schwelle, Thüle, Boke und Anreppen zu. 1512 erhielt Simon Penning nach einer weiteren Zahlung von 82 Goldgulden vom Landesherrn zudem auch die Rodungsabgabe und den Kopfzins aus Upsprunge, für den damals jeder im Dorf ein Huhn und fünf Eier bezahlen musste. Aber nicht nur die Paderborner Bischöfe plagten in dieser Zeit chronische Geldnöte, auch die Stadt Salzkotten steckte häufig in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. 1529 streckte Simon Penning gemeinsam mit zwei anderen Bürgern 150 Rheinische Goldgulden vor. Die Rückzahlung war schnell vereinbart: 50 Goldgulden wurden zu fünf Prozent verzinst und für die restlichen 100 Goldgulden erhielten die Gläubiger die Fischereirechte in der Heder vor dem Westerntor. Simon Penning war bis zu seinem Tod im Jahre 1541 Bürgermeister, Richter und Gograf in Salzkotten – außerdem vertrat er das Kloster Böddeken wiederholt in wichtigen Rechtsangelegenheiten. Die Pennings blieben weiter erfolgreich: Im Jahr 1554 besaßen sie drei Salzwerke. Ihre Siedepfannen betrieben sie auf eigene Rechnung und verkauften das Salz an durchreisende Salzhändler. 1563 baute der Salinator Friedrich Penning ein neues prächtiges Haus am Kirchhof in der Klingelgasse. Ein Teil des Vierständerhauses wurde damals wohl noch zur Lagerung des Salzes genutzt. Im 18. Jahrhundert wurde das Gebäude von dem Gebrüdern Blome zusammen mit einem kleinen benachbarten Speicher gekauft. Vermutlich wurde dort jetzt das Salz gelagert. Seit 1802 betrieb die Familie Blome hier eine Branntweinbrennerei und eine Gastwirtschaft. Um 1902 erfuhr das Gebäude noch einmal eine umfangreiche Veränderung. Es wurde um drei Meter verkürzt sowie um eine Scheune erweitert. Weitere Umbauten erfolgten in den 1950er und 1960er Jahren.

Adventliches Corvey

Montag, 12. Oktober 2009 12:59

Weihnachtsausflug des Heimatvereins Salzkotten

“Haupt und Mutter” der Klöster in Sachsen und “Zierde des ganzen Vaterlandes” nannten die mittelalterlichen Benediktiner ihre Corveyer Heimstatt. Von der alten Herrlichkeit der Reichsabtei an der Weser bei Höxter zeugen noch heute noch das fast 1200-jährige Westwerk und die barocke Schlossanlage. Kein Wunder, dass Corvey auf der Vorschlagsliste zum UNESCO-Weltkulturerbe steht. Am 28. November besuchte der Heimatverein das alte Kloster.

Dann öffnete das Kloster seine Tore zum „Adventszauber”. Nach einer Führung durch die beeindruckende Klosterkirche schlenderten die kleinen und großen Besucher übr den Adventsmarkt und die Kinder- und Jugendbuchausstellung.

VARUSSCHLACHT im Osnabrücker Land

Donnerstag, 20. August 2009 10:15

Der Heimatverein Salzkotten besuchte  die Varus-Ausstellung.

Nach einem spannenden Ausflug kommen hier nun die ersten Bilder – weitere Fotos werden am kommenden Freitag ab 20 Uhr zum Kaminabend gezeigt. Alle Heimatfreundinnen und Freunde sind herzlich willkommen!!!

Warum Krieg? Rom hatte die größte Niederlage seiner langen Geschichte erlitten und zog sich infolge der Ereignisse hinter den Rhein zurück. Aus Sicht der Germanen ein grandioser Erfolg und eine gute Voraussetzung, nun einer friedlichen Zukunft entgegenzublicken. Doch die Geschichte sah anders aus. Die Konflikte zwischen Römern und Germanen dauerten an und bestimmten in großen Teilen die Ereignisse der folgenden Jahrhunderte. [...]