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Ein Leben für das Ehrenamt

Montag, 27. Februar 2017 11:01

Ein Nachruf zum Tod unseres Ehrenvorsitzenden Dr. Walter Hemmen

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Dr. Walter Hemmen hat viele Türen für die Heimatgeschichte geöffnet. Der Heimatverein Salzkotten ist dankbar für das, was er viele Jahre lang für den Verein geleistet hat und verneigt sich vor seinem Lebenswerk.

Salzkotten. Schon ein harmloser Spaziergang durch die Klingelstraße konnte mit Dr. Walter Hemmen zu einer kleinen Zeitreise werden. Der Ehrenvorsitzende des Heimatvereins wußte vieles über die Geschichte(n) der alten Sälzerstadt und ihrer Menschen zu berichten. Fragte man ihn nach seiner Motivation, sich für die Stadt zu engagieren, dann hatte der überzeugte Westfale eine ganze Reihe von Antworten parat. Seine aktive Rolle, die er seit vielen Jahrzehnten in zahlreichen Vereinen und Gremien spielte, beschrieb er bescheiden so: „Ich wuchs in die Verantwortung hinein.” Tatsächlich setzte er mit seinem Engagement eine gute Familientradition fort: Schon Großvater Wilhelm Knoke und Vater Josef Hemmen waren in zahlreichen Sälzer Vereinen und Gremien aktiv.

Lange war der Internist, der mit seiner Frau Dr. Margret Hemmen viele Jahre eine Gemeinschaftspraxis im Hause Koch an der Geseker Straße führte, auf vielfältige Weise in das Vereinsleben eingebunden. Als Jubel- und Kreisschützenkönig, als Hauptmann der 1. Kompanie, als überzeugter Karnevalist und Büttenredner beim Kolpingkarneval, als langjähriger Vorsitzender des Heimatvereins oder auch als sachkundiger Bürger im Kreistag engagierte er sich viele Jahrzehnte lang für seine Heimatstadt. Dabei lagen ihm die Menschen, die hier leben, bis zuletzt am Herzen.

Die Region nachhaltig wachsen sehen – mit diesem Ideal engagierte sich Dr. Walter Hemmen auch für den Genossenschaftsgedanken – ebenfalls eine gute Familientradition. Schon Großvater Wilhelm Knoke gehörte im Jahre 1883 zu den Gründern der Salzkottener Spar- und Darlehnskasse (heute Volksbank Brilon-Büren-Salzkotten eG). Im Stammhaus an der Paderborner Straße führte dieser bis 1919 als Rendant die Bankgeschäfte. Sein Enkel Dr. Walter Hemmen war von 1970 bis 1990 zunächst Vorstandsvorsitzender und dann bis 1999 Aufsichtsratsvorsitzender der Genossenschaftsbank.

Auch die Beschäftigung mit der Stadtgeschichte wurde im Haus Knoke besonders gepflegt: Das Buch „Stadt und Amt Salzkotten“ – erschienen im Jahr 1970 – gab Hemmens Tante Prof. Dr. Franziska Knoke gemeinsam mit Franz-Josef Ewers und Josef Bürger heraus.

Die Begeisterung für die regionale Geschichte lässt sich aber nicht nur mit einer Familientradition und einem Studium der Altphilologie erklären – die Beschäftigung mit der Vergangenheit war für den Ehrenvorsitzenden des Heimatvereins immer auch ein wichtiger Beitrag für die Zukunft „seiner Stadt“. „Wenn wir wissen, woher wir kommen, wissen wir auch wohin wir gehen“, pflegt er gerne zu sagen. Ein steinernes Wahrzeichen für diese gelebte Leidenschaft ist das Heimathaus, das am alten Kirchplatz der St. Johanneskirche steht. Als ehemalige Mädchenschule wurde es 1974 dem Heimatverein überlassen. Die Renovierung des baufälligen Gebäudes übernahmen damals die Mitglieder des Vereines. Nach langjähriger Arbeit fand am 27. März 1982 die feierliche Einweihung des Heimathauses und des Heimatmuseums statt. Für seinen Heimatverein konnte der Ehrenvorsitzende 1982 die Konrad-Adenauer-Plakette im Mozartsaal der Frankfurter Oper entgegen nehmen.

Bis heute wird das Heimathaus als Ausstellungsort der Salzgeschichte am Hellweg gern besucht – die Weiterentwicklung und Neukonzeption des Salzmuseums hat Dr. Walter Hemmen mit seinen aktiven Heimatfreunden viele Jahre lang engagiert begleitet. Auch für den Erhalt weiterer alter Fachwerkhäuser wie z. B . des alten Pastoratsgebäudes aus dem 18. Jahrhundert und des Penningschen Hauses hat er sich aktiv eingesetzt.

Zahlreiche historische Projekte hat Dr. Walter Hemmen darüber hinaus in der Sälzerstadt mit seiner Sachkenntnis begleitet: wie die Grabungen am Westerntorturm und der Dreckburg, den Bau der Gradierwerks, das Jubiläumsprojekt „750 Jahre Stadt Salzkotten“ sowie verschiedene historische Ausstellungen und Buchprojekte. Zuletzt erschien im Sutton Verlag der Bildband „Salzkotten in alten Bildern“, den er gemeinsam mit Heinz Fricke, Ludwig Knust und Helmut Steines im Jahr 2006 herausbrachte. Für sein Lebenswerk wurde Dr. Walter Hemmen mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Ehrenring der Stadt Salzotten ausgezeichnet. Der Heimatverein Salzkotten ist dankbar für das, was er viele Jahre lang für den Verein geleistet hat und verneigt sich vor seinem Lebenswerk.

DANKE WALTER!

Weißes Gold für alle – das Salzmusem ist eröffnet

Freitag, 13. November 2015 21:35

Liebe Heimatfreunde,

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Der Ausdruck „weißes Gold“ zeugt noch heute von besonderer Bedeutung und Wert. Salz war schon im Mittelalter überall begehrt und vielerorts rar. In der Stadt Salzkotten hat die Salzgewinnung eine fast 1000jährige Tradition, die nun durch das Salzmuseum im Heimathaus am Kirchplatz in das Licht der Öffentlichkeit gestellt wird: Nach der feierlichen Einweihung  öffnete das Museum in der Klingelstraße 6 seine Türen. Die Neue Westfälische zeigt auf ihren Internetseiten eine gelungenen Einblick in die Museumsräume und den Tag der feierlichen Eröffnung. >> Hier geht es zur Fotostrecke.

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Über 200 Besucher waren gemeinsam  zur Einweihung des Salzmuseums in das Heimathaus an der Klingelstraße in Salzkotten gekommen. Der CDU-Europaabgeordnete Elmar Brok betonte in seinen Grußworten: „Das Salz ist wichtig für das Leben und als ökonomischer Faktor für die Stadt. Dieses Museum bedeutet ein Stück Identität unserer Heimat“. Zuvor gaben noch Pfarrer Johannes Rüsing und Olaf Sommer den kirchlichen Segen.

Für Bürgermeister Michael Dreier, ist das Salz „die Identität der Stadt“, „das, was sie ausmacht, wodurch sie groß geworden ist. „Gemeinsam haben wir jetzt viel erreicht“, betont Marianne Witt-Stuhr, die Vorsitzende des Heimatvereins Salzkotten. „Unser Bürgermeister Michael Dreier setzt sich seit Jahren für das Salzmuseum ein und die Stadtverwaltung hat im Rahmen des Leader-Projektes alles getan, um das alte Haus fit für die Zukunft zu machen.“

Auch Salzkottener Unternehmen (Sparkasse Paderborn-Detmold, Volksbank Brilon-Büren-Salzkotten) förderten neben dem Sälzerkollegium und der Salzkottener Bürgerstiftung das Museumsprojekt. „Trotz der ehrenamtlichen Leistungen von Heimatfreunden, Historikern, Museumspädagogen und Architekten war es wichtig, die Einrichtung des Museums finanziell zu unterstützen. Daher hat sich das Sälzerkollegium zusammen mit anderen Salzkottener Institutionen entschlossen, das Salzmuseum zu fördern”, berichtet Salzschreiber Heinz Sonntag.

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Große und kleine Besucher des Museums werden sich darüber freuen: In der „Erfahrungswerkstatt Salz“ können vor allem Kinder und Jugendliche den Naturstoff wieder entdecken und erleben. Eingebettet ist das Museum in Stadtrundgänge durch die alte Sälzerstadt, die der Verein mit großem Erfolg als kleine Zeitreise durch die Jahrhunderte anbietet. „Mit dem neuen Salzmuseum möchte man Vergangenheit und Gegenwart verknüpfen und ein Dokumentations- und Wissenszentrum zum Thema Salz aufbauen,“ betont die stellvertretende Vorsitzende des Heimatvereins Manuela Gieseke von Rüden. „In der Ausstellung „Salz und Region“ wird jetzt Geschichte lebendig. Technik-, Siedlungs- und Sozialgeschichte sind eng mit der Salzgewinnung am Hellweg verbunden.“

Übrigens kann man in den Museumsräumen der alten Salzkottener Mädchenschule künftig nicht nur etwas über die Salzgeschichte erfahren, sondern auch weiterhin im historischen Ambiente standesamtlich heiraten. Auskünfte erteilt die Stadt Salzkotten. Für den Heimatverein führt Anne Thiele alle heiratswilligen Paare gern durch das Haus.

Wir freuen uns über Ihren Zuspruch und bedanken uns bei den Sponsoren:

Das Salzmuseum in Salzkotten ist an jedem ersten Wochenende im Monat sonntags von 14.00-16.30 Uhr geöffnet. Selbstverständlich können Gruppen das Haus zu weiteren Terminen nach Absprache besichtigen (Infos bei der Stadt Salzkotten oder www.heimatverein-salzkotten.de). Wir danken sehr herzlich allen Personen und Einrichtungen, die zur Realisierung der Ausstellung beigetragen haben. Der Sparkasse Paderborn-Detmold, der Volksbank Brilon-Büren-Salzkotten, dem Sälzerkollegium und der Bürgerstiftung Salzkotten danken wir für die besonders großzügige finanzielle Unterstützung (Sponsoreninfos unter www.heimatverein-salzkotten.de). Das Projekt wurde Dank der Unterstützung der Stadt Salzkotten als LEADER-Projekt mit Fördermitteln der Europäischen Union realisiert.

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Sälzerkollegium stiftet Medienstation

Donnerstag, 30. Mai 2013 18:19

Ab Martini soll die Tür zum Salzmuseum weit geöffnet sein. Vor dem Gebäude Manuela Gieseke von Rüden, dahinter die Sälzer Dr. Walter Hemmen, Klaus Schröder, Heinz Fricke, Ludwig Bewermeier, Christian Thiele, Heinz Sonntag und Dr. Manfred Werner, vom Heimatverein Heidrun Borgmeier und Marianne Witt-Stuhr sowie die Sälzer Michael Dreier, Dr. Klaus Michels, Christoph Hölter und Helmut Steines (v. l.)
Ab Martini soll die Tür zum Salzmuseum weit geöffnet sein. Vor dem Gebäude Manuela Gieseke von Rüden, dahinter die Sälzer Dr. Walter Hemmen, Klaus Schröder, Heinz Fricke, Ludwig Bewermeier, Christian Thiele, Heinz Sonntag und Dr. Manfred Werner, vom Heimatverein Heidrun Lohrmeier und Marianne Witt-Stuhr sowie die Sälzer Michael Dreier, Dr. Klaus Michels, Christoph Hölter und Helmut Steines (v. l.)

Wenn alles klappt, öffnen sich im Heimathaus am Martinifest zum ersten Mal die Türen des neuen Salzmuseums.Die Planungen mussten öfters korrigiert werden, da in einem alten Gemäuer die Auflagen des Denkmalschutzes im Detail liegen. Nun aber ist die denkmalkonservatorische Sanierung des Hauses abgeschlossen. Das Museumsteam mit Heinz Fricke, Ludwig Knust, Gerhard Sprink, Helmut Steines, Museumspädagogin Manuela Gieseke von Rüden, Beatrix Gierling, Sigrid Brand-Rempe, Marianne Witt-Stuhr und Nadine Krekeler ist mit Hochdruck dabei, den Termin umzusetzen.

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Geschichte zum Schmecken

Dienstag, 26. Juni 2012 17:40

Bei der Premiere der Sälzer Stadttour im September wird nicht nur Salz gesiedet

salzpfanneSalzkotten. Einmal Salz sieden wie die Sälzer in grauer Vorzeit und dabei noch jede Menge über die Bedeutung des “weißen Goldes” für die Stadt am Hellweg erfahren, können bis zu 50 Interessierte bei der Sälzer Stadttour am Mittwoch, 12. September.

Gleich nach Feierabend dreht sich bei dem neuen Angebot der Stadt Salzkotten und des Regionalforums Südliches Paderborner Land alles rund um das Thema Salz. Es wird nicht nur gesiedet sondern auch kulinarisch geschlemmt. Zum Auftakt wird die Heimatvereins-Vorsitzende Marianne Witt-Stuhr mit ihren Zuhörern eine kleine Zeitreise durch die Historie der Sälzerstadt unternehmen. “Ich möchte Geschichte erlebbar machen. Mir ist der Blick auf das Besondere der Stadt wichtig und es können auch viele Fragen gestellt werden”, so Witt-Stuhr. Dabei darf auch ein Blick auf die Bauarbeiten am neuen Salzmuseum geworfen werden. [...]

20 Jahre lang drohte der Abrissbagger

Dienstag, 15. November 2011 14:31

Diskussion um Haus Wüst erinnert an die Geschichte des Sälzer Bahnhofs

Blick auf den alten Bahnhof mit gegenüberliegender Güterabfertigung. Die ungewöhnliche Perspektive ermöglichte eine Dachdeckerfirma, die auf dem angrenzenden Gebäude das Dach erneuerte. | FOTO: RAINER WESTER

Blick auf den alten Bahnhof mit gegenüberliegender Güterabfertigung. Die ungewöhnliche Perspektive ermöglichte eine Dachdeckerfirma, die auf dem angrenzenden Gebäude das Dach erneuerte. | FOTO: RAINER WESTER

Blick auf den alten Bahnhof mit gegenüberliegender Güterabfertigung. Die ungewöhnliche Perspektive ermöglichte eine Dachdeckerfirma, die auf dem angrenzenden Gebäude das Dach erneuerte. FOTO: RAINER WESTER/ Bericht: Neue Westfälische

Salzkotten (NW). Erhaltenswert oder nicht? Die Frage, ob das Haus Wüst in der Klingelstraße noch eine Zukunft hat, erhitzt derzeit viele Gemüter in Salzkotten. Da werden Erinnerungen wach an das alte Rathaus, Haus Weber oder das alte Bahnhofsgebäude Salzkottens. Mit einem Unterschied: Der Bahnhof steht noch.

Fast wäre die Frage nach dem Erhaltenswert vor vielen Jahren auch diesem Gebäude zum Verhängnis geworden. Die neuerliche Diskussion erinnert den Upsprunger Bahnfreund Rainer Wester, der seit fast 25 Jahren alles über den Salzkottener Bahnhof sammelt, eine Chronik mitschreibt und ihm 2000 die Martiniausstellung gewidmet hat, an die wechselvolle Geschichte des alten Bahnhofsgebäudes. [...]